CD- & SCHALLPLATTEN- BÖRSEN

Tonträger aus allen Musikrichtungen der letzten
50 Jahre bis zu den aktuellsten Neuerscheinungen

Schallplatten- Börsen gibt es ungefähr seit Anfang der 80ziger Jahre. Entstanden aus kleinen Tauschzirkeln, meist aus dem Bereich der Fan-Clubs und fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, entwickelten sie rasch zu Veranstaltungen, die die größten Hallen der Städte mit Tonträger füllten. Die Besucher warteten oftmals in hundert Meter langen Schlangen und fieberten dem Einlass entgegen.
Damals drehte sich alles nur um die guten, alten LP’s und Singles aus schwarzem Vinyl (so genannt nach der chemischen Zusammensetzung aus denen sie sind). Damit musste man sorgsam umgehen damit sie verkratzten und rauschten. Sammlerstücke und Sonderpressungen, preiswerte gebrauchte Scheiben und aktuelle Neuerscheinungen bildeten den Kern des Börsenangebotes, auch war die heute fast vergessene Schellack- Platte noch dabei. Musik- Kassetten hatten gerade die älteren Tonbänder abgelöst, an CD’s dachte noch kein Mensch.

Inzwischen hat ja der weltweite Siegeszug der CD’s die gute, alte Schallplatte so gut wie verdrängt. Außer in kleinen und wenigen Secondhandläden sind Vinylplatten nur noch bei Plattenbörsen zu bekommen.
Und hier hält sie sich tapfer: Fast die Hälfte des Angebotes besteht aus diesen eigentlich schon längst vergangenen Tonträgern. Die Börsen sind so meist die letzte Rettung für die Fans der Schallplatten, wovon viele darauf schwören, dass Platten die beste Tonqualität aller Musikträger haben.
Klar, CD’s sind nunmehr auch bei Börsen in der Überzahl, ob gebraucht zu günstigsten Preisen oder aber neu und dann auch viel günstiger als im Laden.
Hier findet der Fan eine riesige Auswahl, auch an Import-CD’s, Auslandspressungen,
Promotion- und DJ- Copies, das Neuste aus den Charts und die ultimativen Mixe.
So verteilt sich das Interesse der Besucher gleichmäßig auf alle Tonträgerarten, wobei DVD’s in letzter Zeit eine immer größere Bedeutung einnehmen.

Alle erdenklichen Fan-Souvenirs wie Bücher, Autogrammkarten, Zeitschriften, Shirts, Poster, ergänzen das Börsenangebot. Es gibt auch eine große Auswahl an Fachzubehör (Preiskataloge, Hüllen, Aufbewahrungssysteme)
Der Siegeszug des Internet ist nicht spurlos an den Börsen vorbeigegangen, aber: Mühevoll mitbieten und Mails verschicken und dann noch teures Porto bezahlen, da gibt es die CD bei der Börse einfacher und günstiger. Und wer Vinyl-Platten über’s Internet kauft, ist selber schuld: Er kauft bezüglich des Zustandes der Platte und der Hülle, die manchmal noch wichtiger ist, die Katze im Sack’. Daher erleben die Börsen in letzter Zeit einen ungeahnten Aufschwung und Zuspruch.

CD- & Schallplatten- Börsen sind also schon einen Besuch wert, auch wenn man keinen konkreten Musikwunsch hat und erst einmal nur suchen und stöbern will oder sich mit Gleichgesinnten zu einem Plausch trifft. Auch besteht ohne Probleme die Möglichkeit, die eigenen Tonträger als Tauschmaterial mitzubringen oder diese an andere Besucher oder die Aussteller zu verkaufen.
Der Eintritt ist günstig (3 Euro) und da die Veranstaltungen Sonntags (11-17 Uhr) stattfinden, hat man sicher genug Zeit sich in’s Börsengeschehen zu stürzen.

---AGENTUR LAUBER / 2007---


Tipps für den Börsenbesuch
(...Record-Fairs for starters /...wie komme ich möglichst stressfrei an meine Wunsch- Scheiben ?)

Gerade wer zum erstenmal eine CD- & Schallplattenbörse besucht (ja, solche Zeitgenossen gibt es noch) ist angesichts des Riesenangebotes, der Besuchermengen und der allgemeines Börsen- Hektik vielleicht etwas unsicher und ratlos, wie er am besten den Durch- und Überblick bekommt.
Hier einige Ratschläge und Hinweise :

- Hinter jeden der vielen Verkaufsstände bei den CD- & Platten- Börsen steht ein anderer Händler mit eigenen Sortiment. Er präsentiert hier quasi sein eigenes Tonträger-Geschäft.

- Manche bieten querbeet ein Vollprogramm an, die meisten aber haben sich auf bestimmte Interpreten, Musikrichtungen, Tonträgerarten etc. spezialisiert.

- Unterschiedlich wird auch die Sortierung gehandhabt, z. B. nach Gruppen, Alphabet, Plattenfirmen, Stilrichtungen u.s.w. oder auch ganz ungeordnet.

- So kann man sich natürlich zum einen lange durch die Plattenkisten wühlen und sich so durcharbeiten; einfacher und schneller ist es freilich, den Aussteller direkt nach den Platten/CD’s zu fragen. Er hilft sicher gerne oder gibt, falls er die gewünschte Scheibe nicht hat, vielleicht einen Tipp, welcher Kollege die noch haben könnte. Möglich ist auch, dass er Platten besorgt..

- Schauen, ob die Qualität der Platte (bei Vinyl besonders auch des Covers) in Ordnung ist. Nur bei ausgesprochen seltenen Stücken eine mäßige Verfassung akzeptieren. Die gleiche Platte gibt’s in besserer Qualität vielleicht zwei Stände weiter.

Ruhig über den Preis verhandeln. Bei Scheiben, die sowieso günstig sind oder bei kleinen Beträgen nicht unbedingt von Erfolg gekrönt; bei größeren Einkäufen wird jeder Händler mit sich reden lassen.

- Besonders beim Kauf von CD’s nachschauen, ob die richtige CD in der Hülle ist oder vielleicht fehlt, denn viele Händler zeigen nur die Leercover und geben die eigentliche CD erst beim Kauf heraus.

- Früher kommen, wenn man rares Material sucht
(Nachteil: Man steht zu Beginn vielleicht etwas länger an um in die Börse zu kommen)
Später kommen, wenn man günstiger kaufen will
(kurz vor ,Feierabend’ lassen sich die Aussteller eher auf Preisverhandlungen ein).

- Ruhig eigene Platten und CD’s mitbringen, als Tauschware oder zum Verkauf an Händler oder Besucher.
Wer größere Mengen an Tonträgern verkaufen möchte, für den lohnt sich durchaus, mit einem
eigenen Stand an der Börse teilzunehmen. Das ist einfacher und günstiger als man denkt. Hier gilt: Vorher beim Veranstalter anmelden, dann bekommt man sicher einen Platz (Tische und Stühle werden meist zur Verfügung gestellt).

- Da die Börsen meist nicht mit großem Aufwand beworben werden: Termine für die nächsten Börse, vielleicht auch in anderen Städten, aufschreiben oder Terminhandzettel mitnehmen (liegen am Eingang aus), vielleicht erfährt man’s sonst nicht.

- Und, wer sich von der Börsenhektik oder vom Durchforsten der Tonträger einmal erholen will, der kann die Börse ruhig verlassen. Einfach einen Stempel für den Wiedereintritt am Ausgang holen.

---AGENTUR LAUBER / 2006---

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